Lehmwellerhaus Lößnig
Sanierung und Umnutzung Lehmwellerhaus
2020
Lößnig
LPH 1-8
Das um 1830 erbaute denkmalgeschützte Lehmhaus ist eines der wenigen erhaltenen Gebäude des historischen Lößniger Ortskerns. Trotz erheblicher Bauschäden konnte es im Rahmen des Neubaus eines Schulrestaurants fachgerecht saniert und in das Ensemble der Karl-Schubert-Schule Leipzig integriert werden.
Wie viele historische Gebäude im Umfeld von Leipzig ist auch das Tagelöhnerhaus im Erdgeschoss in Lehmwellerbauweise errichtet. Dabei wurde ein Gemisch aus lokalem Lehm und Stroh mit der Mistgabel aufgeschichtet und anschließend mit einem speziellen Spaten präzise abgestochen. Bis zur Industrialisierung entstanden so bis zu dreigeschossige tragende Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die als dauerhaft und raumklimatisch angenehmer als Natursteinbauten galten.
Die Sanierung erfolgte nach sorgfältiger Untersuchung der Alterungsspuren durch Fachhandwerker und wurde durch Schüler und Eltern unterstützt. Das Haus wurde sensibel an das Schulrestaurant angebunden. Das angrenzende historische Haupttor wurde gestalterisch berücksichtigt, indem Materialität und Gliederung aufgenommen und der Hof so funktional und optisch vom Straßenraum abgegrenzt wurden.